
Rund 50 Bürgerinnen und Bürger kamen zum ersten Werkstattgespräch der Demokratiewerkstatt Berliner Viertel in die Friedenskirche in Baumberg. Im Mittelpunkt des Abends stand der direkte Austausch mit Bürgermeisterin Sonja Wienecke, die zu diesem Zeitpunkt seit 116 Tagen im Amt war. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Kurt A. Holz. Mittels Smartphone konnte das Publikum Fragen stellen und parallel an Live-Abstimmungen teilnehmen. Ein zentrales Thema des Abends war die umstrittene Kulturraffinerie K714. Wienecke machte deutlich, dass es nun darum gehe, die neue Veranstaltungshalle intensiv zu nutzen. „Jetzt ist das Ding da. Jetzt müssen wir es auch bespielen. Am besten 365 Tage im Jahr – und immer ausverkauft“, sagte die Bürgermeisterin. Je besser die Halle ausgelastet sei, desto geringer falle der städtische Zuschuss aus.“

Mit Blick auf die finanzielle Situation der Stadt sprach Wienecke offen über die Herausforderungen. Monheim habe derzeit Schulden von rund zwei Milliarden Euro. „Wir geben mehr aus, als wir einnehmen – und das ist schlecht, sehr schlecht“, erklärte sie. Gleichzeitig stellte sie klar, dass die Stadt nicht vorhabe, massiv bei Kulturangeboten zu sparen. „Wir haben nicht einmal ein Prozent eingespart. Daseinsvorsorge kostet – dazu gehört auch Kultur.“

Neben der Kulturpolitik wurden auch weitere Themen angesprochen. So bezeichnete Wienecke eine mögliche Bewerbung für olympische Wettbewerbe in der Region als Chance für Monheim. Die Stadt könne sich dadurch als offene und moderne Kommune präsentieren und möglicherweise Fördermittel für einen geplanten Skatepark erhalten.
Deutlich kritischer äußerte sich die Bürgermeisterin hingegen zum geplanten Bayer-Campus. Sowohl die ursprüngliche Planung als auch eine verkleinerte Variante lehnt sie derzeit ab. Nach ihrer Ansicht seien wichtige Fragen zu Flächennutzung, Abstand zur Wohnbebauung und möglichen Alternativen noch nicht ausreichend geklärt.
Trotz der Herausforderungen betonte Wienecke, dass sie ihre neue Aufgabe mit großer Motivation ausübe. In den ersten 116 Tagen im Amt habe sie bereits 373 Termine wahrgenommen. „Ich gehe gerne zur Arbeit ins Rathaus“, sagte sie. Gleichzeitig kündigte sie an, den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern weiter auszubauen. Wir bedanken uns bei Frau Wienecke für die interessante Diskussion.
Das nächste Werkstattgespräch (Themen: Olympiabewerbung & Skatepark) findet am 13.04.2026 in der Friedenskirche statt.
